Die Autofahrt durch die Provence vermittelt bereits ein herrliches Lebensgefühl. Es führen viele Wege nach Levens, einem kleinen Ort, welcher 20 Minuten von Nizza entfernt liegt - meine Wahl führt mich abseits der Autobahnen durch Naturparkgebiete mit wunderbarem Pinienbestand, an herrlichen Seen vorbei mitten durch die Bergwelt der Provence.
Wer einen Besuch an die Côte d’Azur plant, fliegt i.d.R. direkt dorthin oder nimmt die Autobahn durch Frankreich bzw. Italien, um sich dann in das Jet-Set-Getümmel der belebten Küstenhauptstrasse zu stürzen.
Doch all das ist nicht mein Ziel. Ich möchte die Côte d’Azur einmal anders erleben und zwar in Ruhe und inmitten von Grün. Sicher wird mich das Blau der Küste auch locken, doch das schöne ist, dass ich mich in wenigen Minuten wieder in vollkommener Ruhe und Entspannung befinden kann.

Wo? In einem kleine Bijou in Form eines Bed & Breakfast in Levens, welches sich auf einem Berg des Nizza Hinterlandes befindet. Die Strasse hinauf ist recht eng, wie es sich für eine Bergstrasse gehört. Der Ort selber wirkt verträumt – hier wohnen nur Einheimische. Noch ein paar Kurven weiter hinauf erreiche ich auf 600m Höhe mein Ziel, 104 Av Vincent Delpuech.
Ich stehe vor einem herrlichen kleinen Natursteinhaus, welches bereits von Aussen einladend wirkt. Schon öffnet sich die Tür und die charmante Gastgeberin begrüsst mich herzlich. Sie führt mich hinein und ich stehe im Glück, denn so ist die Übersetzung der Villa Oa‘ Oa’, ein polynesisches Wort für Glück.

Als ganzheitlich ausgerichtetes B&B bietet die Villa Oa‘Oa’ Entspannung für Körper, Seele und Geist auf höchstem Niveau. Damit ist nicht der Luxus eines Fünf-Sterne Hotels gemeint, sondern die perfekte Symbiose von vielen kleinen liebevollen Details, die einen Aufenthalt in der Villa des Glücks wahr werden lassen.
Nach dem herzlichen Empfang und einer Erfrischung auf der Terrasse, von welcher aus der Blick sich in die überwältigende Berg- und Talwelt verliert, betrete ich mein kleines persönliches Reich für die nächsten Tage - wobei dies die Grösser vieler Hotelzimmer übertrifft.
Das BnB verfügt über zwei Suiten, meine Lagoon Suite ist mit 30 m2 für zwei Personen ausgelegt und wunderschön mit polynesischem Dekor eingerichtet. Die Bora Bora Suite, welche 45 m2 aufweist bietet sogar genug Raum für 4 Personen ist natürlich genauso schön ausgestattet, Wohn- und Schlafraum durch eine Empore getrennt.
Beide bieten Zugang zur Terrasse und zum Pool, wobei ich von meiner Lagoon Suite, wie der Name verrät, direkt mit einem Schritt an diesem bin.

Der Pool ist wie alles an diesem Haus, klein und fein und man kann sogar, dank einer ganz speziellen ausgetüftelten Gegenstromanlage, kräftige Züge schwimmen.
Nach der Autofahrt könnte ich wirklich etwas Bewegung, besonders für meinen Schulterbereich, gebrauchen. Doch bevor ich meinen verspannten Muskeln noch mehr Druck aussetzte gönne ich mir eine Energie Sitzung bei Erick, dem Herr des Hauses.
Erick ist übrigens Franzose und ist ganz in der Nähe von Levens aufgewachsen. Seine Frau Jeanette stammt ursprünglich aus den Niederlanden, hat in den USA Architektur studiert und sich danach dem Kreuzfahrt Business in beratender Funktion sowie als Hotelmanagerin gewidmet. Vor knapp 3 Jahren hat sie mit ihrem Mann das gemeinsame Haus in ein Gästehaus umgebaut.
Erick, ein gestandener Naturbursche, hat quasi schon immer Touren durch das reizvolle und sehr abenteuerliche Hinterland der Côte d’Azur geführt. Wer Rafting, Kayaking, Klettern, Wandern und Radtouren für sich entdecken will, kann sich von Erick die besten Plätze zeigen lassen.

Vor einigen Jahren entdeckte er zudem eine ganz besondere Begabung, die ihm seine Hände vermittelten. Zum einen stellt er als Bildhauer wunderbare Skulpturen her und gibt auch Unterricht. Zum anderen – und damit sind wir wieder bei meinen verspannten Schultern, hat er die Gabe durch Energieübertragung Schmerzen einfach in nichts aufzulösen. Das musste ich natürlich versuchen und somit durfte ich mich einfach ganz entspannt ca. eine halbe Stunde hinsetzen, während Erick’s Hände in ca. 10 Zentimeter abstand an meinem Rücken, den Armen und dem Kopf entlang führen. Ich merkte teilweise ein leichtes kribbeln sowie wärme in den Muskeln und nach der Behandlung ging es mir schon viel besser.

Am Abend wurde ich mit einem leichten indischen vegetarischen Curry verwöhnt, es duftete und schmeckte herrlich. Bevor ich mich dann zur Nachtruhe zurückzog, wurde mir zur Tiefenentspannung noch ein iPod mitgegeben, auf dem sich meditative Hemi-Sync Titel befanden. So lag ich also ausgestreckt auf einer Tempur Matratze, in der ich leicht einsank, ein entspannendes Gefühl. Die Klänge, die durch meine Köpfhörer kamen wirkten wirklich tiefenentspannend und somit muss ich wohl innerhalb weniger Minuten hin und weg gewesen sein.
Und wie wacht man dann am nächsten Morgen wieder auf? Natürlich mit einem herrlichen Glücksgefühl. Die Erholung hatte bereits in vollen Zügen eingesetzt und somit sollte dieser Tag einfach dazu dienen meine Seele baumeln zu lassen. Dies nach einem wunderbaren Frühstuck, mit einem spannenden Buch auf der Sonnenliege am Pool. Zum Mittag gab es frischen Caprese Salat, natürlich mit sonnengereiften Tomaten aus dem eigenen Garten (wie noch so einiges andere Obst & Gemüse). Gestärkt und voller Tatendrang gehörte der Nachmittag einem Spaziergang durch das tiefe Grün der umliegenden Wälder.
Zur Planung des nächsten Tages beriet mich Jeanette wie ich meinen Ausflug an die Blaue Küste bestmöglich verbringen könnte. Da meine früheren Besuche an der Côte d’Azur oftmals mit etwas Stress, verursacht durch Stau und das geschäftige Treiben in Nizza, Cannes etc. verbunden war, plante ich gleich vor der Abfahrt eine Yoga & Maori Pilates Stunde ein und lies mir am Abend mit durch Massage wieder alle Stressknötchen nehmen. Zu beiden Sitzungen kam jeweils Vikki eine Fachtherapeutin aus der Umgebung.
Und auch die zweite Nacht schlummerte ich wieder völlig entspannt und selig ein.
Während meinem dritten und leider letzten Tag schaute ich zuerst Erick bei seiner Skulputurgestaltung zu. Danach unternahm ich mit Jeanette einen Bummel durch Levens Gässchen. Auf dem Rückweg zeigte sie mir noch einen herrlichen Wanderweg zu einer kleinen Badestelle in einem Fluss.

Diese drei Tage waren einfach zu kurz! Würde ich jemals auf die Idee kommen ein Buch zu schreiben, würde ich mich auf jeden Fall an diesen inspirierenden und zugleich entspannenden Ort zurück ziehen wollen (für die Arbeitswütigen unter uns gibt es sogar WiFi Anschluss). Ein nächster Besuch ist auf jeden Fall schon geplant, dieser dann in Begleitung und für mindestens eine Woche.

Wer das Bedürfnis verspürt seine Seele baumeln zu lassen und gleichzeitig ein breites Spektrum an Aktivitäten im Grünen sowie am Meer sucht, der ist hier im Paradies. Mitten im Glück in der Villa Oa’ Oa’, welche ich in allen Belangen besten empfehlen kann!
P.S. im Juni verlost die Villa Oa’ Oa’
2 Nächte für 2 Personen hier:
Nähere Informationen über Sanushotels.com
www.villaoaoa.com.
http://www.levens.fr/ http://www.erickh.com/